Als ich das zweite Jahr meines Aufbaustudiums in Fachübersetzung und Dolmetschen in Budapest begann, bewarb ich mich für ein Übersetzungspraktikum bei der Europeana Foundation, das sich als wirklich bereichernde Erfahrung herausstellte. Während meiner dreimonatigen Arbeit im Audience Engagement Team hatte ich die Möglichkeit, meine Fähigkeiten zu verbessern und neue Aspekte der Übersetzung zu erforschen, während ich in das reiche kulturelle Erbe Europas eintauchte.
Geschichten über das kulturelle Erbe erzählen
Eine der Hauptattraktionen dieses Praktikums für mich war es, zu etwas beizutragen, von dem ich glaube, dass es wirklich wichtig ist: das kulturelle Erbe für Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund zugänglich zu machen. Die Entdeckung des reichen Wandteppichs der europäischen Nationen, Kulturen und Sprachen durch die auf Europeana.eu zur Verfügung gestellten Inhalte stärkte meine Überzeugung, dass die Kommunikation zwischen den Kulturen ein mächtiges Instrument ist, um uns einander näher zu bringen, und verstärkte mein Engagement für das Übersetzen und Dolmetschen als Beruf.
Eine meiner Aufgaben bestand darin, die sieben Tipps für digitales Geschichtenerzählen ins Ungarische zu übersetzen – ein nützlicher Leitfaden, wie man ansprechende und inspirierende Geschichten mit kulturellem Erbe online erzählen kann.
Im Audience Engagement Team bekam ich einen Einblick, wie viel Arbeit in die Erschließung des kulturellen Erbes steckt und hatte die Möglichkeit, durch die Übersetzung von Inhalten ins Ungarische einen Beitrag zu leisten.
Übersetzen zu vielfältigen und inspirierenden Themen
In der ersten Hälfte meines Praktikums habe ich mich hauptsächlich auf Editorials konzentriert und über 30 Geschichten ins Ungarische übersetzt. Dadurch wurden die ungarischen Inhalte auf Europeana.eu erheblich erweitert.
Die Tatsache, dass diese Geschichten sehr unterschiedliche Themen umfassen, machte meine Erfahrung sowohl interessant als auch bereichernd. Als baldiger Fachübersetzer war es eine große Chance und Herausforderung, kurz in verschiedene Themen einzutauchen. Ob es darum ging, die Besonderheiten von Kunstbewegungen in ganz Europa zu erforschen, mehr über das Leben eines Olympiasiegers und seinen Sport zu erfahren, keramische Produktionstechniken zu verstehen oder die Geschichte hinter kulinarischen Traditionen aufzudecken, jede Übersetzung bot eine neue Perspektive.
Ein Aspekt, den ich besonders genoss, war, dass der Monat der Frauengeschichte während meines Praktikums stattfand und ich zahlreiche Geschichten über berühmte und weniger bekannte, aber ebenso bemerkenswerte Frauen wie Marie Skłodowska Curie, Lilly Steinschneider und Tina Blau übersetzen konnte. Dies gab mir die Gelegenheit, bedeutende weibliche Figuren und ihre Arbeit im Laufe der Geschichte kennenzulernen, die ich zum Nachdenken anregend und inspirierend fand.
Meine Arbeit umfasste auch die Erstellung eines Styleguides für zukünftige ungarische redaktionelle Übersetzungen. Obwohl noch mit vielen anderen Sprachen gearbeitet wird, die noch fertiggestellt werden müssen, zielt dieses Tool darauf ab, die Übersetzungsprozesse zu verbessern und die Konsistenz auf der gesamten Website zu gewährleisten, indem wichtige Überlegungen wie Terminologie, Stil und Formatierung skizziert werden.
Überprüfung von Website-Texten zur Verbesserung der Benutzererfahrung
Während meines Praktikums hatte ich die Möglichkeit, mich auf einen ganz anderen, aber dennoch wichtigen Aspekt der Mehrsprachigkeit bei Europeana zu konzentrieren: Überprüfung der automatisierten Übersetzung statischer Seiten und Schnittstellentexte auf der gesamten Website. Dies war nicht nur ein großes und ehrgeiziges Projekt, sondern erforderte auch einen ganz anderen Ansatz und ein ganz anderes Know-how im Vergleich zu redaktionellen Übersetzungen. Während sich die maschinelle Übersetzung schnell verbessert, hat sie immer noch ihre Grenzen, wenn es um die Nuancen einer bestimmten Sprache geht. Daher glaube ich, dass die Überarbeitung dieser Texte die Nutzererfahrung auf Europeana.eu erheblich verbessern und eine entscheidende Rolle bei der Förderung der Verbreitung des kulturellen Erbes spielen wird.
Der Abschluss dieses Praktikums bot mir praktische Erfahrung im Übersetzen und sowohl berufliche als auch persönliche Erfahrungen, die ich mitnehmen werde, wenn ich meine Karriere als Übersetzerin und Dolmetscherin beginne. Ich bin dem Audience Engagement Team sehr dankbar für den herzlichen Empfang, insbesondere meinen Vorgesetzten Adrian Murphy und Maggy Szynkielewska, deren Enthusiasmus und Unterstützung mich durch diese drei Monate geführt hat.
Bewerben Sie sich für ein Praktikum
Sind Sie von Annas Erfahrung inspiriert und möchten Sie zum mehrsprachigen Editorial von Europeana beitragen? Die Europeana Foundation bietet derzeit drei Sommerpraktika für Studierende der Translations Studies an – erfahren Sie mehr und bewerben Sie sich bis zum 16. Mai!
