Wie die Gesellschaft als Ganzes hat die Bibliothèque nationale de France in den letzten Jahren einen Wandel durchlaufen, der sowohl mit der Entwicklung der digitalen Technologie als auch mit der Entstehung neuer Praktiken und einer neuen Kultur verbunden ist.
Bibliotheken sind von Natur aus mit diesen Methoden vertraut. Ihre Missionen, ihre Aktionsmodi und ihr Vokabular waren bereits das der digitalen Technologie, bevor diese Technologie allgegenwärtig geworden war. Sie waren schon immer im Geschäft, Wissen zu organisieren und zu diesem Zweck den Begriff der Dateien, Referenzierung und Katalogisierung zu verwenden, um eine enge Nähe zwischen zwei künstlich unterschiedenen Welten zu schaffen.
Zukünftige Veränderungen werden jedoch große sein. Die Veränderung der Skala, aus der Sicht der Daten und Ressourcen sowie aus der Sicht der kollaborativen Perspektiven, lässt uns über die üblichen institutionellen Stakeholder hinausblicken. Die Veränderung der Einstellung des Publikums, das nun volatiler und begieriger ist, seine eigenen Inhalte zu erforschen, wiederzuverwenden, zu erstellen und zu teilen, führt uns dazu, neue Dienste zu konzipieren.
Angesichts einer Masse an Informationen, der Entwicklung digitaler Medien und einer allzu oft auf einem Marketingansatz basierenden prospektiven Vision müssen Bibliotheken auch ihre Unterschiede bestätigen und pflegen. In einer globalisierten und zunehmend kollaborativen Wissenswirtschaft müssen sie natürlich innovativ sein und absolut auf dem neuesten Stand sein, um die besten innovativen Werkzeuge zur Verfügung zu stellen. Sie müssen jedoch auch ihre Wurzeln in einer jahrhundertealten Politik der Sammlung und Erhaltung des kulturellen Erbes bekräftigen, ihr Verantwortungsbewusstsein in der Datenproduktion hochhalten und für das stehen, was sie sind - Schlüsselakteure bei der Produktion und Verbreitung von Wissen.
In zehn Jahren werden Bibliotheken transformiert und bieten neue Dienste an und werden so in einer komplexen Demokratie noch mächtiger und beruhigender.