Harmonisierte Aggregation
24 Partner aus 21 europäischen Ländern nahmen an dem Projekt Europeana Common Culture (ECC) teil, das von Januar 2019 bis Dezember 2020 lief. Das Projekt bildete die aktuelle Aggregationslandschaft in Europa durch Forschung und Erhebungen ab, analysierte die wichtigsten Herausforderungen und gab Verbesserungsempfehlungen ab, die in einem Abschlussbericht veröffentlicht wurden.
Mit dem Projekt wurden die Aggregationsprozesse gestrafft und das bestehende nationale Aggregationsnetz gestärkt. Es erleichterte die Annahme gemeinsamer Standards und bewährter Verfahren (wie des Europeana-Datenmodells, des Europeana-Veröffentlichungsrahmens und der Datenqualitätspläne) in diesem Netzwerk und unterstützte nationale Aggregatoren durch spezielle Expertenkonsultationen, einen virtuellen Helpdesk und Ressourcen zu Europeana Pro.
Das ECC führte auch neue Kooperationsmechanismen durch Peer-to-Peer-Unterstützungsgruppen ein, die erfahrenere Aggregatoren mit aufstrebenden Aggregatoren verbanden, um den Wissensaustausch zu fördern. Infolgedessen trug das Projekt zum Aufbau der Aggregationsinfrastruktur von fünf aufstrebenden Aggregatoren (Irland, Serbien, Lettland, Estland und Kroatien) bei, wodurch sich die Zahl der akkreditierten Europeana-Aggregatoren auf 38 erhöhte.
Kapazitätsaufbau
Das ECC hat ein umfangreiches Programm von Schulungsworkshops und Webinaren für nationale Aggregatoren und den Sektor des Kulturerbes im weiteren Sinne durchgeführt. Die drei nationalen Workshops (in Schweden, Deutschland und Österreich) und 14 Webinare behandelten eine breite Palette von Themen, die auf den Bedürfnissen und Bestrebungen von Einrichtungen des Kulturerbes basierten, von FAIR-Daten bis hin zu Folgenabschätzungen. Insgesamt nahmen rund 500 Personen an den Webinaren teil, von denen viele als Online-Ressourcen auf Europeana Pro verfügbar sind.
Das Projekt erforschte auch neue, potentielle Bereiche der Aggregationsentwicklung wie Crowdsourcing. Die daraus resultierende Studie analysiert die bestehende Produktion und Infrastruktur für Crowdsourcing-Inhalte und -Metadaten des digitalen Erbes in ganz Europa und gibt Empfehlungen an die Europeana Foundation, Aggregatoren und Einrichtungen des Kulturerbes in Bezug auf ein mögliches neues Aggregationsszenario für solche Inhalte ab.
Infrastrukturinnovationen
Das ECC entwickelte drei Anwendungen, die neuartige Ansätze zur Aggregation unterstützen, die Geschwindigkeit und Qualität des Aufnahmeprozesses verbessern und zu einer höheren Inhalts- und Metadatenqualität beitragen.
Die vom Netherlands Institute for Sound and Vision (NISV) und dem Dutch Digital Heritage Network (NDE) entwickelte Pipeline Linked Open Data Aggregator (LODA) stellt Werkzeuge zur Verfügung, um LOD zu sammeln und von einem Vokabular in ein anderes umzuwandeln. Die Metis Sandbox-Anwendung, die von der Deutschen Nationalbibliothek (DNB) und der Europeana Foundation entwickelt wurde, ermöglicht die Verarbeitung von Beispieldatensätzen nach dem Europeana-Workflow und deren Vorschau vor der Auslieferung. Die dritte Anwendung, die vom Trinity College Dublin geliefert wird, ist ein leichter 3D-Viewer, mit dem die URL einer 3D-Ressource einfach in den EDM-Datensatz integriert und auf der Europeana-Website angezeigt werden kann.
Verbesserte Datenqualität
Das Projekt verbesserte 4,4 Millionen Datensätze auf Stufe 2 und höher und stellte über 2 Millionen neue Datensätze auf Stufe 3 und höher bereit. Darüber hinaus verbesserte es auch die Metadatenqualität, wobei 85 % aller Sätze in Metadatenstufe A oder höher bereitgestellt wurden.
ECC hat über 540 000 neue Artikel in Tier 3 oder höher von 162 neuen Institutionen in 18 Ländern zu den thematischen Sammlungen von Europeana beigetragen. Ein detaillierter Überblick über die angereicherten Datensätze ist im Abschlussbericht enthalten. Diese Sammlungen wurden durch 76 Leitartikel (darunter 41 Blogs, 34 Galerien und eine Ausstellung) hervorgehoben, in denen 2.064 digitalisierte Kulturerbeobjekte von 385 Kulturerbeinstitutionen in 34 Ländern präsentiert wurden. Die Editorials wurden mit insgesamt über 186.000 Besuchen (Europeana Pro und allgemeiner Blog) sehr gut aufgenommen.
Politische Interessenvertretung
Der Erfolg und die Nachhaltigkeit von Aggregationsoperationen hängen eng mit der Unterstützung der nationalen und regionalen Politik zusammen. Im Rahmen des Projekts wurden Empfehlungen für eine digitale Aggregationsstrategie erarbeitet, die sowohl auf Ebene der Europäischen Kommission als auch der Mitgliedstaaten unterstützt wird. Die Aggregationspartner der ECC werden im Europeana Aggregators’ Forum (EAF) zusammenarbeiten, um auf diesen Empfehlungen aufzubauen, und mit ihren nationalen Vertretern in der Digital Cultural Heritage und der Europeana Expert Group (DCHE) zusammenarbeiten, um Anerkennung und Billigung auf nationaler und EU-Ebene zu erreichen. Dies wird die Bemühungen der Mitgliedstaaten zur Erhaltung und Förderung ihres Erbes durch Digitalisierung stärken und sichtbar machen.
Was kommt als nächstes?
Die Europeana-Initiative soll auf den Ergebnissen und bewährten Verfahren des Projekts im Einklang mit der Europeana-Strategie 2020-2025 aufbauen. Die Schaffung eines harmonisierten und koordinierten Aggregationsökosystems in Europa erfordert langfristige und nachhaltige Anstrengungen aller Interessenträger. Wir glauben, dass das Projekt Europeana Common Culture einige wichtige Meilensteine in dieser Richtung markiert hat, und freuen uns darauf, weiterhin mit nationalen Aggregatoren, ihren Partnerinstitutionen für das Kulturerbe und politischen Entscheidungsträgern zusammenzuarbeiten, um den Kulturerbesektor bei seinem digitalen Wandel zu stärken.
