Eine kollaborative Cloud für das Kulturerbe
Im Juni 2022 kündigte die Europäische Kommission die Einrichtung der kollaborativen europäischen Cloud für das Kulturerbe an. Die Collaborative Cloud wird eine digitale Infrastruktur entwickeln, die sich speziell an Fachleute, Wissenschaftler und Forscher im Bereich des Kulturerbes richtet, um Zugang zu fortschrittlichen Digitalisierungsinstrumenten und -diensten für die Erhaltung und Bewahrung zu erhalten.
Im Rahmen des Programms „Horizont Europa“ wurde für die Schaffung der kollaborativen Cloud für das Kulturerbe ein ehrgeiziges Budget von 110 Mio. EUR bis 2025 bereitgestellt. 2023 wurden zwei Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen veröffentlicht, weitere Aufforderungen sind für 2024 und 2025 geplant.
Das ECHOES-Projekt
Das Projekt European Cloud for Heritage OpEn Science (ECHOES) unter der Leitung des CNRS (Centre national de la recherche scientifique) gewann den Aufruf von Horizont Europa 2023 zur Entwicklung der Kerninfrastruktur und des Governance-Modells der European Collaborative Cloud for Cultural Heritage. ECHOES erhält 24 Mio. EUR für fünf Arbeitsjahre (2024-2029).
Für das Projekt ECHOES hat CNRS zusammen mit CNR (Consiglio Nazionale delle Ricerche) und FSP (Fondation des Sciences du Patrimoine) ein Konsortium von 51 europäischen Partnern gebildet, darunter die Europeana Foundation als Vollpartner und die Europeana Network Association als angeschlossener Partner. Weitere Konsortialpartner sind Forschungseinrichtungen, Netzwerke, die Gemeinschaften des Kulturerbes vertreten (Museen, Bibliotheken, Archive), Universitäten und privatwirtschaftliche Einrichtungen.
Als Pilotprojekt strebt ECHOES an, die Infrastruktur und die juristische Person für die Cloud in Zusammenarbeit mit und für die Gemeinschaften des kulturellen Erbes zu schaffen. ECHOES fördert einen ganzheitlichen Ansatz für den digitalen Wandel und fördert den gemeinsamen Aufbau von Wissen.
ECHOES wird die Entstehung digitaler Commons fördern: ein digitales Umfeld zur gemeinsamen Analyse und Bereicherung von Objekten, Fakten und Phänomenen des Kulturerbes, in dem Akteure – Menschen oder KI – ihre eigenen Interpretationen konstruieren und so zur gemeinsamen Konstruktion von Wissen beitragen können. Der Begriff Digital Commons ist auf den Prinzipien von Open Access und Open Science verankert. Sie fördert die Beteiligung aller, kooperative Arbeit und den systematischen Austausch von Wissen und Instrumenten.
Dank eines transparenten Governance-Ansatzes und der Anwendung von Open-Science-Prinzipien wird ECHOES auch andere europäische und nationale Projekte in die Cloud integrieren.
Die Rolle der Europeana-Initiative in ECHOES
Die Europeana-Initiative wird im Konsortium formell durch die Europeana Foundation und die Europeana Network Association vertreten, die das gemeinsame Interesse und die gemeinsame Vision der Europeana-Initiative vertreten werden. Gemeinsam werden wir auch die Zusammenarbeit und Komplementarität zwischen der Collaborative Cloud und dem gemeinsamen europäischen Datenraum für das Kulturerbe sicherstellen.
Als vollwertiger Partner bringt die Europeana Foundation mehr als 15 Jahre Expertise zur Stärkung des Kulturerbesektors bei der digitalen Transformation in das ECHOES-Konsortium sowie unsere Erfahrung als Verwalter des Datenraums ein.
Die Stiftung wird sich an allen Projektaktivitäten beteiligen, insbesondere aber den Aufbau von Kapazitäten, Schulungen und den Wissenstransfer leiten. Wir werden dazu beitragen, die Cloud-Community aufzubauen und zu verbessern und relevante Verbindungen zu Communities in der gesamten Europeana-Initiative und im Datenraum herzustellen. Wir werden unser Fachwissen in Bereichen wie Datenstandards, Interoperabilität von Daten, Integration von Instrumenten und Diensten, Aufbau der technischen Infrastruktur sowie Governance und Nachhaltigkeit der Cloud bereitstellen.
Als angeschlossener Partner wird die Europeana Network Association - mit 5.000 Mitgliedern, darunter viele Fachleute des Kulturerbes - zur Kartierung und Öffentlichkeitsarbeit der Gemeinschaft sowie zur Entwicklung und Durchführung von Maßnahmen zum Kapazitätsaufbau beitragen.
Der Datenraum und die Collaborative Cloud
Der gemeinsame europäische Datenraum für das Kulturerbe und die kollaborative europäische Cloud für das Kulturerbe ergänzen sich zwar voneinander, insbesondere in Bezug auf den Datenaustausch, Instrumente und Dienste sowie den Kapazitätsaufbau.
Der Datenraum ist der wichtigste Zugangspunkt für den Zugriff auf und die Weiterverwendung von Kulturerbedaten durch Pädagogen, Kreative, Bürger und andere Datenräume. Die Cloud ist ein kollaborativer Arbeitsbereich für Fachleute im Bereich Kulturerbe, in dem sie auf Daten, Tools und Dienste zugreifen können, um die Kulturerbe-Wissenschaft voranzutreiben. Dank interoperabler Frameworks werden Daten aus dem Datenraum sicher in die Cloud fließen, damit Fachleute damit arbeiten können, während Forschungsergebnisse und in der Cloud generierte Datenprodukte über den Datenraum zur Wiederverwendung innerhalb und über Sektoren hinweg zugänglich sind. Um den Austausch zu ermöglichen, werden ihre Tools und Dienste auf den Grundsätzen Findable, Accessible, Interoperable and Reusable (FAIR) basieren.
Der Datenraum und die Cloud werden auch ihre Kräfte bündeln, um den Kapazitätsaufbau in der Branche zu unterstützen und ein inklusiveres, nachhaltigeres und einheitlicheres Umfeld für das digitale Erbe zu fördern.
Erfahren Sie mehr
Folgen Sie den Neuigkeiten von Europeana Pro, um die Entwicklung des gemeinsamen europäischen Datenraums für das kulturelle Erbe zu verfolgen, und informieren Sie sich über unsere Arbeit rund um die Collaborative Cloud.
