Einrichtungen des Kulturerbes stehen im digitalen Zeitalter vor vielfältigen Herausforderungen. Das Potenzial der 3D-Technologie zur Konservierung und Präsentation kultureller Artefakte ist zu einem unverzichtbaren Bestandteil digitaler Strategien geworden. Die 3D-Technologie ermöglicht die Erstellung genauer und detaillierter digitaler Nachbildungen von Artefakten, um deren Erhaltung für zukünftige Generationen sicherzustellen. Diese digitale Bewahrung mindert das Risiko physischer Verschlechterungen und bietet eine robuste Sicherung bei unvorhergesehenen Ereignissen.
Während große Einrichtungen über die Mittel verfügen, um in Spitzentechnologien zu investieren, fehlen kleineren Kulturerbeorganisationen oft die Ressourcen oder das Wissen, um mit der Erforschung der Leistungsfähigkeit der 3D-Technologie zu beginnen, um das digitale Potenzial ihrer Sammlungen zu verbessern. Meemoo arbeitet daran, diese Sammlungen zu unterstützen und die Entwicklung und Umsetzung von Initiativen zur Digitalisierung und Erhaltung von 3D-Kulturgütern zu untersuchen.
Im Rahmen des GIVE-Projekts, einer koordinierten Initiative zur Digitalisierung des flämischen Kulturerbes, die aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) der Europäischen Union finanziert wird, haben wir ein Pilotprojekt zur 3D-Digitalisierung gestartet. Ziel dieses Projekts war es, die Möglichkeiten und praktischen Herausforderungen des 3D-Scannens von Objekten unterschiedlicher Größe, bestehend aus verschiedenen Materialien, an verschiedenen Orten und Situationen zu untersuchen. Insgesamt scannte meemoo 134 Objekte an 10 verschiedenen Orten, von Museen bis Kirchen. Im Mittelpunkt dieses Projekts stand vor allem das Sammeln von Erfahrungen im Scan-Prozess selbst und die Herausforderungen beim Scannen vor Ort.
Erste Schritte mit der Suche nach einem Partner
Während Meemoo Digitalisierungsprojekte koordiniert, arbeiten wir mit externen Partnern und Auftragnehmern zusammen, um die Digitalisierung selbst durchzuführen. Für das GIVE-Projekt haben wir ein öffentliches Vergabeverfahren eingerichtet, um einen geeigneten Partner zu finden, der sich auf 3D-strukturiertes Lichtscanning spezialisiert hat.
Der Start eines 3D-Digitalisierungsprojekts durch ein öffentliches Vergabeverfahren umfasst einen strukturierten Ansatz, um Transparenz, fairen Wettbewerb und die Einhaltung rechtlicher und verfahrenstechnischer Anforderungen zu gewährleisten. Um die spezifischen technischen Anforderungen, einschließlich Informationen über Scantechnologie, Auflösung und Dateiformate, zu skizzieren, haben wir mit einem auf 3D-Modellierung spezialisierten externen Berater zusammengearbeitet und die vollständige Ausschreibungsdatei auf unserer Website veröffentlicht.
Eines unserer Hauptanliegen war es, einen nachhaltigen Ansatz in Bezug auf die Erhaltung der digitalen 3D-Assets und den Fokus auf Farbe und Textur zu gewährleisten. Da viele 3D-Scanning-Unternehmen hauptsächlich für Industriekunden arbeiten und wenig oder keine Erfahrung mit der Zartheit von historischen Objekten haben, war es nicht einfach, einen geeigneten Partner für dieses Projekt zu finden, der mit den technischen Anforderungen, insbesondere in Bezug auf Farbe und Textur, mitdenken konnte. Wir konnten jedoch schließlich ein für das Projekt geeignetes Unternehmen finden, das sich auf Archäologie spezialisierte und einige Erfahrungen mit dem Scannen von Objekten in Museen hatte.
Der Prozess: Herausforderungen und gewonnene Erkenntnisse
Für dieses Projekt haben wir uns für das 3D-Scannen mit strukturiertem Licht entschieden, eine schnelle 3D-Scantechnik, mit der ein Lichtmuster auf die Oberfläche eines Objekts projiziert wird. Durch die Analyse der Verformung des projizierten Musters auf der Objektoberfläche können präzise 3D-Koordinaten berechnet werden, die eine schnelle Erstellung eines detaillierten digitalen Modells ermöglichen. Diese Methode ist besonders effizient für das Scannen von Artefakten, da sie hochauflösende Oberflächeninformationen schnell erfasst und damit eine schnelle und genaue Technologie für die Digitalisierung von Objekten mit komplexen Geometrien darstellt.
Wie Sie aus den Bildern sehen können, konnten wir Handscanner verwenden, um mit der Technologie zu arbeiten, was für dieses Projekt sehr hilfreich war, da wir an 10 verschiedenen - manchmal abgelegenen - Orten arbeiten mussten und sicherstellen mussten, dass alles vor Ort aufgenommen werden konnte. Bei komplexen Farben und Texturen, beispielsweise bei polychromen Holzskulpturen, wurden zusätzliche Fotografien verwendet, um die Farbe und Textur des 3D-Modells zu ergänzen.

Zusätzlich zu den Erkenntnissen über die Technologie bestand eine weitere Erkenntnis darin, dass die Herausforderungen der Arbeit an verschiedenen Standorten eine sehr gründliche Vorbereitung und eine klare Kommunikation mit den Inkassobesitzern erforderten. Zum Beispiel war es für den Scanvorgang entscheidend, dass die zu scannenden Skulpturen leicht zugänglich waren und dass das Scannen rund um das Objekt durchgeführt werden konnte. In den meisten Fällen mussten Skulpturen bewegt werden, was wiederum manchmal erforderte, dass spezialisierte Kunsthandler und Sicherheitsspezialisten Objekte mit einem Gewicht von manchmal über 800 kg bewegten. Manchmal mussten wir improvisieren und uns anpassen, wenn Skulpturen nicht zugänglich waren, und betonten erneut, dass die Vorbereitung und Kommunikation mit den Sammlungsbesitzern entscheidend war!
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Die 3D-Technologie bietet Einrichtungen des Kulturerbes, auch solchen mit begrenzten Ressourcen, eine transformative Möglichkeit, zu bewahren, zu teilen und zu erziehen. Meemoo unterstützt diese Organisationen, indem es die 3D-Digitalisierung verborgener Schätze strategisch in ihren Betrieb integriert, damit sie neue digitale Wege des Engagements erschließen, Community-Verbindungen fördern und zur breiteren digitalen Landschaft beitragen können. Um mehr über unsere Arbeit zu erfahren, können Sie unsere Website besuchen.
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