Vielen Dank, dass Sie heute mit uns gesprochen haben! Können Sie uns etwas über Ihre Institution erzählen?
Die Fakultät für Geschichte der Universität Warschau ist eines der führenden humanistischen Forschungszentren in Polen. Es zielt darauf ab, Fachleute auszubilden, die die Gegenwart erklären können, indem sie den Verlauf sozialer, politischer, wirtschaftlicher und kultureller Prozesse in Gesellschaften im Laufe der Geschichte verfolgen.
Viele prominente Historiker nehmen an den Forschungs- und Lehraktivitäten der Fakultät für Geschichte teil. Es führt einzigartige Forschungen über die antike Welt, außereuropäische Zivilisationen sowie über die Hilfswissenschaften der Geschichte durch. Die Ergebnisse dieser Forschung prägen weitgehend das Bild der polnischen Geschichtswissenschaft.
Worauf hat sich Ihr Projekt konzentriert? Und wie wurde es entwickelt?
Geographische Daten sind in vielen Bereichen des kulturellen Erbes wichtig, von der Verwendung von 3D-Modellen von Ausgrabungsstätten in der Archäologie bis hin zu Führungen durch Kulturlandschaften mit den Fähigkeiten von Smartphones. Mit Unterstützung des Europeana-Forschungsstipendiums haben wir einen Workshop zum Thema "Cultural Heritage Geodata Citizen Science: Polnische Perspektiven“, die im März 2022 an der Universität Warschau stattfand.
Der Workshop untersuchte aktuelle Fragen rund um das Crowdsourcing von Geodaten zum Kulturerbe, insbesondere polnische Perspektiven auf die Bereitstellung geografischer Daten. Sie befasste sich mit Crowdsourcing für das Kulturerbe, Leitlinien für die Dateninfrastruktur und bewährten Verfahren, institutionellen Perspektiven und dem weiteren Vorgehen für Geodaten zum Kulturerbe in Polen. Der Workshop förderte auch den Erfahrungsaustausch und die Vernetzung und betonte die Bedeutung der Koordinierung zwischen den Einrichtungen des Kulturerbes.
Wie war das Ergebnis?
Aus dem Workshop haben wir die Warschauer Erklärung zu Geodaten zum Kulturerbe herausgegeben, die einen Überblick über die bei dieser Gelegenheit angesprochenen Themen sowie zusätzliche Informationen und Ressourcen bietet.
Was haben Sie aus dieser Erfahrung über Crowdsourcing für kulturelles Erbe gelernt?
Das Kulturerbe ist ein großes und vielfältiges Gebiet. Die Herausforderung ist, dass die Themen komplex sind. Während des Workshops, als wir über Crowdsourcing diskutierten, wurden wir daran erinnert, wie wichtig individuelle Situationen und Kontexte sind. Nicht nur die einzelnen Menschen, sondern auch die Beziehungen zwischen den Menschen, die an einem Projekt teilnehmen.
Wie können Crowdsourcing-Initiativen gestaltet werden, um den Bedürfnissen von Forschern gerecht zu werden?
Die frühzeitige und häufige Einbeziehung von Forschern ist bei Crowdsourcing-Initiativen von entscheidender Bedeutung. Institutionelle, kulturelle und politische Aspekte sind von großer Bedeutung und erfordern erhebliche Aufmerksamkeit bei der Gestaltung und Umsetzung.
Was sind Ihre Pläne für die Zukunft des Projekts?
Wir verweisen nun Fachleute, die in polnischen Kulturerbe-Institutionen arbeiten, auf die Warschauer Erklärung zu Geodaten zum Kulturerbe (mit polnischer Übersetzung) und das Recap-Video des Workshops. Wir werden das Dokument auch mit internationalen Kollegen teilen. Wir sehen die Warschauer Erklärung als Referenz für die Entwicklung unserer zukünftigen Kooperationen mit Einrichtungen des Kulturerbes in Polen und ganz Europa.
