Über den Datenraum für das Kulturerbe
Das neue Programm „Digitales Europa“ der Europäischen Kommission sieht die Einrichtung und den Einsatz mehrerer Datenräume vor, darunter eines gemeinsamen Datenraums für das Kulturerbe. Letztere ist eine neue Leitinitiative zur Unterstützung des digitalen Wandels des europäischen Kultursektors und zur Förderung der Schaffung und Wiederverwendung von Inhalten in der Kultur- und Kreativbranche. Sie wird auf der derzeitigen Europeana-Plattform aufbauen und die derzeitigen Funktionen erweitern, insbesondere in Bezug auf die 3D-Digitalisierung und die Wiederverwendung digitalisierter kultureller Ressourcen sowie die sektorübergreifende und grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Die Initiative wird auch mit der aktuellen Europeana-Strategie 2020-2025 in Einklang stehen.
Die Arbeiten im Zusammenhang mit dem Datenraum für das Kulturerbe werden in zwei Hauptarbeitsbereichen durchgeführt. Der erste Arbeitsbereich wird sich auf die Einrichtung und den Betrieb des gemeinsamen europäischen Datenraums für das Kulturerbe konzentrieren. Das Projekt wird auf der derzeitigen Europeana-Plattform aufbauen und kann daher als Erweiterung des derzeitigen Kerndienstes und als Verbindung zu einschlägigen europäischen, nationalen und regionalen Initiativen und Plattformen angesehen werden, um einen interoperablen Zugang zu Datenbanken des Kulturerbes in ganz Europa zu ermöglichen. Dieser erste Arbeitsbereich wird im Rahmen einer Ausschreibung durchgeführt, die voraussichtlich in Kürze veröffentlicht wird.
Der zweite Arbeitsbereich wird sich auf den Aufbau digitaler Kapazitäten im Kultursektor für den digitalen Wandel und die Weiterverwendung von Daten konzentrieren, insbesondere auf nationaler Ebene in den Mitgliedstaaten. Dieser zweite Aktionsbereich wird durch Finanzhilfen umgesetzt und wird in der kürzlich veröffentlichten Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen DIGITAL-2022-CULTURAL-02 beschrieben.
Über den Anruf
Im Rahmen der oben genannten Aufforderung werden 4 Mio. EUR für Projektvorschläge bereitgestellt, die eine Laufzeit von höchstens zwei Jahren haben und mindestens einen der folgenden Bereiche betreffen, in denen ein Beitrag zum gemeinsamen europäischen Datenraum für das Kulturerbe geleistet wird:
Anreicherung von Daten, Tools und Services im Datenraum
In den Anträgen sollten Möglichkeiten zur Bereicherung des Angebots an Daten, Instrumenten und Diensten im Datenraum vorgeschlagen werden, z. B. Zugang zu hochwertigen und hochwertigen Datensätzen, Instrumenten, Referenzen für technisches Know-how, Wissensaustausch und anderen Diensten, mit dem Ziel, die Digitalisierung, die Nachhaltigkeit und den Online-Austausch von Vermögenswerten des digitalen Kulturerbes zu unterstützen.
Künstliche Intelligenz und Machine Learning
Im Rahmen der Aufforderung werden auch Vorschläge zur Nutzung bestehender Systeme der künstlichen Intelligenz und des maschinellen Lernens zur Verbesserung der Nutzerbindung und -erfahrung eingeholt, wie etwa die automatische Übersetzung von Inhalten oder die automatische Anreicherung von Metadaten, die Verbesserung mehrsprachiger Aspekte, die Bereitstellung einer adaptiven Filterung von Kulturgütern oder personalisierte Empfehlungen.
Wiederverwendung und 3D
Die Aufforderung ist auch offen für Bewerbungen mit Schwerpunkt auf der Wiederverwendung von 3D-digitalisierten Kulturgütern in wichtigen Bereichen wie Bildung, Sozial- und Geisteswissenschaften, Tourismus und der Kultur- und Kreativbranche im weiteren Sinne.
Weitere Call-Highlights
In der Aufforderung wird die Beteiligung von KMU nachdrücklich gefördert, indem ein Finanzierungssatz von 75 % angeboten wird. Beiträge aller anderen Arten von Teilnehmern werden zu 50 % finanziert. Darüber hinaus wird in der Aufforderung ein größerer Schwerpunkt auf Digitales und Grünes gelegt. Die Vorschläge werden dahingehend bewertet, inwieweit sie die Lieferkette für digitale Technologien in der EU stärken und sichern würden und inwieweit sie die ökologische Nachhaltigkeit und die Ziele des europäischen Grünen Deals in Bezug auf direkte Auswirkungen und/oder das Bewusstsein für Umweltauswirkungen angehen. Schließlich wird erwartet, dass alle Projektergebnisse in den Datenraum für das kulturelle Erbe integriert werden und sich somit auf die Europeana Core Service Platform beziehen (weitere Informationen zur Integration finden Sie hier).
Wie man sich bewirbt
Wenn Sie daran interessiert sind, Vorschläge einzureichen oder einen Beitrag zu leisten, kann die Europeana Foundation Sie möglicherweise mit anderen Netzwerkpartnern in Kontakt bringen und direkt zu Ihrem Vorschlag beitragen. Wenn Sie daran interessiert sind, wenden Sie sich bitte bis spätestens 15. April 2022 an Milena Popova ([email protected]).
Alle Anträge müssen bis zum 17. Mai 2022, 17.00 Uhr MESZ, über das elektronische Einreichungssystem des Portals „Funding & Tenders Portal“ eingereicht werden.
Werfen Sie einen Blick auf den Ausschreibungstext und konsultieren Sie die FAQs des EC Funding & Tender Portal und unsere Liste der FAQs für weitere Informationen.
