Im Herzen Zyperns liegt ein in der Zeit eingefrorenes Dorf, in dem jeder Kopfsteinpflaster eine Geschichte erzählt und jede verwitterte Wand Geheimnisse vergangener Generationen flüstert. Dies ist Fikardou, eine malerische Siedlung inmitten des zerklüfteten Geländes der Insel, die als Beweis für den anhaltenden Geist des kulturellen Erbes steht.
Trotz seiner ruhigen Atmosphäre stand das Dorf Mitte des 20. Jahrhunderts aufgrund der städtischen Migration vor Herausforderungen, was zu einer schwindenden Bevölkerung führte. Dies führte dazu, dass viele historische Gebäude aufgegeben wurden, was die weitere Existenz der Stadt bedrohte. In Anerkennung der Dringlichkeit der Erhaltung übernahm das zypriotische Antikenministerium 1978 die Verantwortung für das Dorf, erklärte es zum „Altdenkmal“ und erließ strenge Vorschriften durch eine Bezeichnung als „kontrolliertes Gebiet“.
1984 wurde eine umfassende Revitalisierungsmaßnahme eingeleitet, die sich auf die Wiederherstellung baufälliger Strukturen und die Verbesserung der Infrastruktur des Dorfes konzentrierte. Diese Bemühungen wurden anerkannt, wobei Fikardou nun stolz in der vorläufigen Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgeführt ist und seine kulturelle Bedeutung und sein Potenzial für weltweite Anerkennung unterstreicht.
3D-Bewahrung haucht Fikardou neues Leben ein
Nach den 1984 begonnenen Revitalisierungsbemühungen startete die zyprische Antikenabteilung einen 3D-Scanning- und Konservierungsaufruf für das Fikardou Village, der von der Cyprus University of Technology aufgenommen wurde.
Das Team des UNESCO-Lehrstuhls für digitales Kulturerbe an der Universität von Zypern (CUT) nutzte Technologien wie LIDAR Scanning, 360°-Fotografie und Drohnenfotografie, um die komplizierten Details der gebauten und natürlichen Umgebung von Fikardou einzufangen. Diese Anfangsphase war entscheidend für eine umfassende multimediale digitale Darstellung des Dorfes.
Das gleiche Erhaltungsteam in Zypern hat dem Twin It! ein 3D-Modell zur Verfügung gestellt. 3D für Europas Kulturkampagne, in der die Kulturministerien der EU aufgefordert wurden, mindestens ein digitales 3D-Erbe für den gemeinsamen europäischen Datenraum für das Kulturerbe einzureichen. Die gleichen Technologien, die zur Digitalisierung des Dorfes Fikardou verwendet wurden, wurden verwendet, um die zypriotische Einreichung, das Lambousa-Boot, zu erhalten, das jetzt in 3D auf Europeana.eu verfügbar ist.

Strukturierung digitaler Informationen
Die 3D-Datenmodellierung spielte eine zentrale Rolle bei der Strukturierung der digitalisierten Informationen. Durch die Herstellung klarer Beziehungen zwischen Dateneinheiten und Attributen gewährleisteten Datenmodelle die Kohärenz und Zugänglichkeit der digitalen Archive des Dorfes.
Im Mittelpunkt der Bewahrungsbemühungen stand auch die Umsetzung digitaler Bewahrungsstrategien, die internationalen bewährten Verfahren folgen, um die Langlebigkeit und Zugänglichkeit der digitalen Materialien von Fikardou sicherzustellen.
Das Team für Denkmalpflege arbeitete mit der Gemeinde zusammen und führte Interviews mit den verbliebenen Bewohnern des Dorfes. Diese Interviews waren von unschätzbarem Wert für die Erfassung des immateriellen Erbes von Fikardou, einschließlich Geschichten, Traditionen und kulturellen Praktiken, die durch mündliche Tradition weitergegeben wurden. Jede Stimme fügte dem digitalen Archiv Tiefe hinzu und webte einen reichen Wandteppich aus immateriellem Erbe zusammen, der die einzigartige Identität des Dorfes definiert.
Alle Bemühungen um die Erhaltung gipfelten in einer Online-Plattform, die das kulturelle Erbe von Fikardou einem globalen Publikum zugänglich macht. Durch immersive virtuelle Touren, interaktive Ausstellungen und Bildungsressourcen dient die Plattform als dynamisches Portal, um sich mit der reichen Geschichte und architektonischen Pracht des Dorfes auseinanderzusetzen.
Die Auswirkungen der 3D-Digitalisierung
Die Arbeit des CUT-Teams stimulierte das Wirtschaftswachstum in der lokalen Gemeinschaft durch die Wiederbelebung des Kulturerbetourismus. Seit Beginn des Erhaltungsprojekts gab es einen bemerkenswerten Anstieg der Besucher in Fikardou, wobei bis Ende des Jahres über 100.000 das Dorf erkundeten. Auch die eFikardou-Plattform hat eine wichtige Rolle gespielt: Allein im Dezember 2023 wurden 62.037 Online-Besuche verzeichnet, wobei 89,5 % aus Zypern stammten.
Hoffnungen und Träume für 3D und digitales Kulturerbe
Unsere Vision für 3D und digitales Kulturerbe ist eine kontinuierliche Innovation und Zugänglichkeit. Wir stellen uns eine Zukunft vor, in der diese Technologien als mächtige Werkzeuge für die Erhaltung, Dokumentation und den Austausch von kulturellem Erbe auf globaler Ebene dienen. Innerhalb des gemeinsamen europäischen Datenraums für das kulturelle Erbe ist es unser Traum, eine nahtlose Integration und Zusammenarbeit zu sehen, die einen einfachen grenzüberschreitenden Zugang zu digitalen Ressourcen ermöglicht.
Wir streben danach, eine digitale Landschaft zu schaffen, in der das kulturelle Erbe nicht nur bewahrt, sondern auch aktiv gefeiert und geteilt wird, um ein besseres Verständnis und eine bessere Wertschätzung unseres vielfältigen europäischen Erbes zu fördern. Durch kontinuierliche Zusammenarbeit und technologischen Fortschritt wollen wir sicherstellen, dass zukünftige Generationen eine Welt erben, in der die Vergangenheit nicht nur bewahrt, sondern auch zugänglich und lebendig ist.
Erfahren Sie mehr
Besuchen Sie die eFikardou-Plattform, um die Initiative und das Dorf zu erkunden, und lesen Sie mehr über das Potenzial von 3D für das digitale Kulturerbe auf Europeana Pro. Die Technische Universität Zypern ist ein aktiver Partner im Eureka3D-Projekt, das darauf abzielt, die 3D-Digitalisierung und den Zugang zum 3D-Kulturerbe in Europa voranzutreiben.
