Über Twin it!
Twin it! - Wer hat geschrieben? 3D for Europe’s culture fordert alle Kulturministerien der EU auf, sich mit ihren nationalen Kultureinrichtungen in Verbindung zu setzen, um mindestens ein digitalisiertes 3D-Erbe an den gemeinsamen europäischen Datenraum für das Kulturerbe zu übermitteln. Die Kampagne sucht nach Vermögenswerten, die als gefährdetes Kulturerbe gelten, zu den am häufigsten besuchten Denkmälern, Gebäuden und Stätten in diesem Land gehören oder zu einer Kategorie mit geringem Digitalisierungsgrad gehören.
Dabei sammelt Twin it! emblematische und hochwertige Proben von Europas Kulturgütern in 3D, unterstützt die Mitgliedstaaten bei ihren Bemühungen um Digitalisierung und Bewahrung in 3D und treibt die Ziele der Empfehlung der Europäischen Kommission von 2021 zu einem gemeinsamen europäischen Datenraum für das kulturelle Erbe voran.
Ein historisches Gut aus Schweden
In Schweden wird die Twin it!-Kampagne vom schwedischen National Heritage Board verwaltet. Schweden ist stolz darauf, mit einem 3D-Modell eines der gotischen Bildsteine aus Stora Hammars I, einem der am besten erhaltenen aus der Wikingerzeit, zur Kampagne beizutragen.

Der Bildstein, Stora Hammars I, stammt aus dem 8. - 10. Jahrhundert und wurde von Schweden als Twin it!-Einreichung und erster 3D-Beitrag zum Datenraum ausgewählt, da er einzigartig, gut besucht und aus konservatorischer Sicht zerbrechlich ist. Der Bildstein befindet sich heute im Bunge Museum auf Gotland und ist Teil des Bildsteinprojekts „Ancient Images“des Gotland Museums und der Universität Stockholm, einem Digitalisierungsprojekt aller gotländischen Bildsteine.
Der 3D-Digisationsprozess
Im Rahmen des Projekts „Ancient Images“ wurde der gotische Bildstein mittels hochauflösender Photogrammetrie dokumentiert.
Die photogrammetrische Aufnahme wurde mit einer benutzerdefinierten Mittelformat 150 Megapixel metrische Kamera von Alpa und PhaseOne gemacht und wurde in Verbindung mit präzisen Skalenbalken aus thermisch stabilem Invar (einer Eisenlegierung) verwendet. Ein Vorteil der Verwendung von Mittelformatobjektiven ist die Möglichkeit, schnellere Verschlusszeiten zu verwenden, um die Sonne mit Stroboskopen zu überwältigen. Die in diesem Projekt erfassten 3D-Modelle haben eine Auflösung von 0,075 mm und eine durchschnittliche Genauigkeit von 0,06 mm, während der Skalenfehler im Durchschnitt 0,02 mm beträgt.
Die Feldarbeit war relativ schnell dank der hochauflösenden Kamera, die es dem Team ermöglichte, hochauflösende Modelle zu erzielen und gleichzeitig weit weniger Fotos aufzunehmen, als bei typischen Kameraauflösungen erforderlich wären.
Eine schnelle Digitalisierungsmethode war sehr nützlich, da sich die in diesem Projekt aufgezeichneten Bildsteine oft in schwierigem Gelände befinden. Photogrammetrie ermöglicht weit mehr Flexibilität als Laser- oder strukturiertes Lichtscanning, mit den zusätzlichen Vorteilen kleinerer Rohdatengrößen und intrinsischer Farbdaten, die für die Konservierung von entscheidender Bedeutung sind.
Die Vorteile der 3D-Digitalisierung
„Wir sehen deutliche Vorteile der 3D-Digitalisierung des kulturellen Erbes Gotlands. Durch diesen Prozess können wir es Menschen auf der ganzen Welt oder Menschen, die physisch nicht nach Gotland kommen können, im Detail zur Verfügung stellen. 3D-Modelle können auch Möglichkeiten für Forschung und Bildung schaffen und sie der Öffentlichkeit leicht zugänglich machen“, sagt Johanna Pietikäinen, Abteilungsleiterin am Gotland Museum.
Sie fügt hinzu: „Im Hinblick auf die Erhaltung spielt das digitalisierte 3D-Kulturerbe eine wichtige Rolle bei der Vorbereitung auf eine mögliche soziale oder ökologische Krise. Beim Bildstein von Stora Hammars I ist das 3D-Modell wichtig, da der Stein dem Test der Zeit und den Elementen ausgesetzt ist - langsam verblassen die Schnitzereien auf dem Stein. Mit 3D-Techniken können wir bewahren, was mit bloßem Auge nicht mehr sichtbar ist.“
Entdecken Sie das 3D-Modell
Das 3D-Modell des Bildsteins Stora Hammars I ist über SOCH (Swedish Open Cultural Heritage) erhältlich und kann auch über Europeana.eu gefunden werden. Das 3D-Modell kann auch direkt im Projektweb von Ancient Images abgerufen und heruntergeladen werden.
Obwohl SOCH seit mehreren Jahren 3D-Modelle unterstützt, ist dies das erste Mal, dass eine schwedische Kulturerbe-Institution ein solches Objekt an den Aggregator (SOCH) veröffentlicht, über den das schwedische National Heritage Board es auch Europeana zur Verfügung gestellt hat. Wir freuen uns auf die Verknüpfung in vielen anderen solchen 3D-Objekten in der Zukunft!
