Ein neuer Standard in der 3D-Digitalisierung
Das vom Programm „Digitales Europa“ finanzierte Projekt EUreka3D ist Ende 2024 zu Ende gegangen. Das zweijährige Projekt markiert einen wichtigen Meilenstein im Bereich der Erhaltung und Digitalisierung des 3D-Kulturerbes. Eine der herausragenden Errungenschaften von EUreka3D war der Schwerpunkt auf der Schaffung von „Memory Twins“. Diese gehen über herkömmliche digitale Zwillinge (3D-Modelle, die als genaue und detaillierte digitale Kopie eines physischen Objekts oder Gebäudes dienen) hinaus, indem sie 3D-digitalisierte Modelle und die zugehörigen Metadaten mit umfangreichen Paradaten integrieren.
Paradata bezieht sich auf Informationen über den Prozess und die Herkunft eines digitalen Objekts sowie auf Informationen über die Prozesse, Werkzeuge und Methoden, die zur Erstellung von Daten verwendet werden. Paradaten spielen eine entscheidende Rolle bei der Gewährleistung von Transparenz, Reproduzierbarkeit und Kontextverständnis der Sammlungen des digitalen Erbes. Der Übergang von digitalen Zwillingen zu Gedächtniszwillingen durch die Einführung von Paradaten bedeutet eine wichtige Änderung des 3D-Ansatzes im gesamten Kulturerbesektor, der vom EUreka3D-Projekt angeführt wird.
Qualität zuerst
Qualität war ein Eckpfeiler des Ansatzes von EUreka3D. Das Projekt unterstrich die Notwendigkeit einer rigorosen Qualitätsbewertung als integraler Bestandteil der 3D-Digitalisierung. Jeder Aspekt, von der verwendeten Ausrüstung bis hin zu den Umgebungsbedingungen und Softwareprozessen, wurde sorgfältig kalibriert und als Paradaten für die durch das Projekt geschaffenen „Gedächtnis-Zwillinge“ erfasst. Durch die Priorisierung der Qualität hat EUreka3D einen Maßstab für zukünftige Digitalisierungsprojekte gesetzt und gezeigt, dass eine sorgfältige Planung und Ausführung unerlässlich ist, um die Komplexität und Dynamik von Kulturgütern zu erfassen.
Neue Plattformen, neue Inhalte
Einer der systemischen Bedürfnisse im Bereich des Kulturerbes für 3D ist die Notwendigkeit nachhaltiger, robuster und benutzerfreundlicher Plattformen für das Hochladen, Speichern und Hosting von 3D-Modellen. Um dieser Herausforderung gerecht zu werden, wurde im Rahmen des EUreka3D-Projekts die Datenplattform entwickelt und ins Leben gerufen. Es bietet eine Hosting-Plattform, die 3D-Modelle von Einrichtungen des Kulturerbes sicher hostet, eine klare Metadaten- und Paradatenmodellierung und -verknüpfung ermöglicht, persistente Identifikatoren und verknüpfte offene Daten bereitstellt, dem Europeana-Datenmodell zuordnet und diese Modelle im EUreka3D-Viewer zugänglich und sichtbar macht.
Darüber hinaus sind jetzt Hunderte von 3D-Modellen, die während des Projekts produziert wurden, auf Europeana.eu verfügbar. Diese Modelle sind nicht nur statische digitale Repliken, sondern dynamische Ressourcen für Bildung, Forschung und öffentliches Engagement. Sie unterstützen immersive Erlebnisse und ermöglichen es dem Publikum, das kulturelle Erbe auf beispiellose Weise zu erkunden und mit ihm zu interagieren. Diese Sammlung von Modellen ist wirklich gesamteuropäisch: Sie wurden vom Papiermuseum Pescia in Italien, der archäologischen Stätte Bibracte in Frankreich, dem Kinomuseum Girona, der Technischen Universität Zypern und anderen digitalisiert und geliefert.
Blick nach vorn: EUreka3D-XR
Das bevorstehende von Digital Europe finanzierte Projekt EUreka3D-XR ist der Nachfolger von EUreka3D. Diese bevorstehende Initiative verspricht, auf den Grundlagen von EUreka3D aufzubauen und Nachhaltigkeit zu gewährleisten, wobei der Schwerpunkt auf Technologien der erweiterten Realität (XR) liegt. EUreka3D-XR zielt darauf ab, die Zugänglichkeit und Interaktivität von 3D-Erbesammlungen zu verbessern, indem Augmented und Virtual Reality genutzt werden, um noch ansprechendere und immersivere Erlebnisse zu schaffen.
Besuchen Sie die Projektseite auf Pro, um die neuesten Nachrichten über das Projekt zu erhalten, wenn es beginnt, und erkunden Sie alle Errungenschaften von EUreka 3D.
