Über INCEPTION
Das INCEPTION-Projekt wurde zwischen 2015 und 2019 im Rahmen des Horizon2020-Rahmenprogramms entwickelt. Es verwendet fortschrittliche Building Information Modelling (BIM) -Techniken, um 3D-Modelle (auch als BIM-Modelle bekannt) von Gebäuden, Denkmälern und Standorten zu erstellen, die für verschiedene Personen leicht zugänglich und benutzerfreundlich sind. Diese werden online auf der offenen Standard-Webplattform des Projekts zusammen mit kontextbezogenen, technischen und historischen Informationen gehostet, die den europäischen Bürgerinnen und Bürgern helfen sollen, sich mit ihrem gebauten Kulturerbe auseinanderzusetzen. Aber wie funktioniert die Plattform und wie kann sie genutzt werden?
Techniken und Technik
Wenn es um die Modellierung von Artefakten wie Gebäuden und Denkmälern geht, liefern 3D-Laserscanner und Photogrammetrie - eine Technik, die Fotografien von realen Objekten verwendet, um fotorealistische 3D-Modelle zu erstellen - in der Regel die ersten Datenquellen für BIM-Modelle. Diese Modelle verschmelzen geometrische und semantische Informationen miteinander. Aber diese Modelle leicht zugänglich zu machen, war eine Herausforderung, die das INCEPTION-Projekt angehen wollte.
Das Projekt erreichte dies durch die Entwicklung der INCEPTION-Plattform, einer Webplattform für BIM-Modelle. Die Website ermöglicht es den Menschen:
Suche nach Modellen mit verschiedenen Geräten und Apps
Navigieren Sie durch 3D-Modelle und betrachten Sie sie mit immersiven VR-Headsets
Anreichern und Auffüllen der Modelle und der zugehörigen Informationen
Verbinden Sie die Plattform mit Umweltsensoren und „Internet of Things“-Diensten, um Modelle in Echtzeit anzureichern.
INCEPTION für Content Creators
Die INCEPTION-Plattform bietet eine Schnittstelle zum Hochladen und Teilen von BIM-Modellen für Personen, die sie erstellen, darunter Fachleute für das Kulturerbe, Forscher und IKT-Experten. Alle Modelle können als Standarddateien in die Plattform eingeführt werden und enthalten bereits sowohl geometrische als auch semantische Daten. Sobald BIM-Modelle auf die Plattform hochgeladen sind, können sie durch mehrere Anhänge und externe Quellen angereichert werden.
Wenn es um Gebäude geht, kann jedes Element oder jede Komponente eine Geschichte erzählen, von der Säule bis zu den Fenstern, von prächtigen Fresken bis zu einer kleinen Fliese. Die INCEPTION-Plattform nutzt die Tatsache, dass jedes Element des Gebäudes über eine URI (Unique Reference Identifier) verfügt, mit der Personen Bilder, Videos, PDF-Dokumente, detaillierte und strukturierte Mesh-Modelle oder Ressourcen anfügen können, auf die sie sich beziehen können, wenn sie diese Elemente erkunden.
INCEPTION für das Publikum
Aus der Perspektive von Bürgern, Touristen, Technikern, die ein Gebäude restaurieren, oder sogar Forschern, die es studieren, kann jeder mit einem Standard-Webbrowser die INCEPTION-Datenbank von Modellen mit Schlüsselwörtern sowie räumlichen und multikriteriellen Abfragen durchsuchen. Die Entwicklung von Apps oder die Verbindung mit immersiven Geräten kann eine brandneue Möglichkeit bieten, das digitale Kulturerbe zu genießen.
Selbst Metadaten, die in jedem Teil eines Modells enthalten sind, können genutzt werden, um ein ansprechendes Navigationserlebnis zu bieten. Die INCEPTION Time Machine ist ein Beispiel dafür. Die Plattform interpretiert automatisch das Alter einzelner Komponenten des Gebäudes, um seine Entwicklung nachzubilden.
Zukunftspläne
Der unmittelbare nächste Schritt besteht darin, den technologischen Kern der Plattform zu nutzen, um eine beträchtliche Anzahl von Gebäuden und Stätten des europäischen Kulturerbes zu digitalisieren und eine neue Beziehung zwischen 3D und allen bereits im Internet verfügbaren Ressourcen herzustellen. Die 3D-Inhalte in der Europeana Task Force haben bereits damit begonnen, solche Möglichkeiten zu erkunden.
Ein Spin-off-Unternehmen namens INCEPTION s.r.l., das an der Universität Ferrara gegründet wurde, wird die Plattformentwicklung dank Vereinbarungen mit nationalen und europäischen Institutionen vorantreiben. Erwähnenswert ist unter anderem die Vereinbarung mit dem Zentralinstitut für Kataloge und Dokumentation (ICCD) des italienischen Ministeriums für Kulturerbe und kulturelle Aktivitäten. Das von der Europäischen Kommission unterstützte Wissen, das im Rahmen dieses Projekts zur Verfügung gestellt wird, wird dazu beitragen, sowohl die Anzahl als auch die Qualität von 3D-Modellen des europäischen Kulturerbes zu steigern.
